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 Drumtuning Teil 1 - Tips und Tricks

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DRUMTUNING

Drumtuning Teil 1 - Tips und Tricks

 +++ Tips und Tricks zum Thema Drumtuning +++

 

Hallo liebe Drummer-Community!

Heute im Ersten Teil der Reihe „DRUMTUNING“ wollen wir uns dem Stimmen von Trommeln, dem Drum Sound im Allgemeinen und dem ganzen Zubehör wie Drum Keys, Fellen und Hilfsmitteln widmen. Und natürlich wollen wir auch über die Faktoren sprechen die einen Drum Sound beeinflussen. Wie im normalen Leben gibt es immer mehrere Möglichkeiten zum Ziel zu kommen, dieser Artikel versucht euch mit den einfachsten Mitteln zu helfen einen guten Sound zu bekommen. Also los geht’s.

Einen großen Teil seiner Zeit verbringt der Dummer wohl im Proberaum mit dem Stimmen seiner einzelnen Trommeln. Seinen eigenen Drum Sound zu finden ist wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Das eigentliche Stimmen der Trommeln ist schon schwierig genug aber auch „seinen“ Drum Sound zu finden ist besonders für Schlagzeug-Anfänger oft eine Glückssache.

 

Aber zum Glück gibt es auch Hilfsmittel die einem das Leben etwas vereinfachen. Eins muss direkt am Anfang gesagt werden. Macht euch frei von irgendwelchem vorgegebenen Sounds von Platten/CDs oder Live Gigs hinter her zu jagen, in der heutigen Zeit werden so viele Digitale Effekte, Triggersysteme und gesampelte Sounds benutzt, das hat meistens mit einem echten natürlich Drum Sound nichts mehr zu tun.

Ich kann euch nur eins raten, probiert alles aus, macht was euch gefällt, experimentiert rum, seit kreativ, auch wenn mal was danebengeht, egal … immer weiter machen. Durch die ganze Arbeit schult ihr eure Ohren. Ihr sollt Spaß am Trommeln haben, dazu gehört auch das ausprobieren von verschiedenen Fellen und Hardware. Je mehr Zeit du dich mit deinen Drums beschäftigst umso besser. Man sollte außerdem jede Schraube an seinem Drum Kit kennen, damit man sich im Ernstfall auch zu helfen weiß wenn mal was kaputt geht. Deine Musiker Kollegen, Studio oder Live Techs werden es zu schätzen wissen. Und eines schönen Tages wird dann endlich die „Macht“ – äh sorry -  dein „Sound“ zu dir kommen.

Wovon hängt der Sound ab?

Der Sound ist natürlich von vielen Faktoren abhängig; natürlich erstmal von der Qualität des Schlagzeuges, den Kesselgrößen, der Hardware und den Fellen. Dazu kommt noch die Stimmung der einzelnen Felle. Meine Erfahrung in den letzten 35 Jahren hat mir gezeigt dass man eher einen halbwegs guten Sound mit einem „günstigerem“ Drumset und „teuren“ Fellen hin bekommt, als umgekehrt. Natürlich ist es schöner und viel einfacher mit einem High End Drum Kit einen geilen Sound zu kreieren, aber wir haben ja alle mal klein angefangen. Also spart nie and den Fellen. Das heißt nicht dass alle guten Felle teuer sind. Neben den alt eingesessen Firmen wie Remo, Evans und Aquarian gibt es jetzt seit ein paar Jahren die Felle von der Firma RMV aus Brasilien. Diese haben einen ausgezeichneten Sound und sind auch noch extrem haltbar. Es gibt viele verschiedene Serien von Fellen für jede Art von Musik. Da ist für jeden was dabei.

Im Vorfeld sollte man sich natürlich schon mal Gedanken machen welchen Sound man erreichen möchte, da man in erster Linie danach auch seine Felle aus suchen sollte. Für Hard Rock nimmt man in der Regel andere Felle als für Jazz Musik. Aber eins habe ich in der Vergangenheit gelernt:

- Es gibt nur eine Regel und die heißt „KEINE REGELN“. Richtig ist nur was dir persönlich gefällt. Wenn du später mal im Profilager für Geld spielen willst, wird sich das vielleicht ändern. Aber zu dem Thema Felle kommen wir noch später.

Neben der Fellauswahl gibt es jede Menge andere wichtige Dinge worüber man nachdenken sollte. Der Sound verändert sich ja ständig, denn jeder Raum klingt anders. Die Größe des Raumes hat eine gigantische Auswirkung auf den Sound. Während die Bass Drum im Proberaum noch Mördermäßig satt und knackig war, klingt diese auf der Bühne auf einmal nicht mehr so laut und satt.

                   

Selbst im selben Raum kann durch extreme Temperaturschwankungen der Sound stark variieren. Wer kennt das nicht, man kommt im Winter in den Proberaum bei ca. 5% Grad plus und reist erstmal die Heizung auf. Genauso wie die Gitarren die sich in dem aufheizenden Raum ständig verstimmen, so ist das auch mit den Drums.

Dazu kommt in den kleinen Räumen auch noch die Luftfeuchtigkeit die sich immer ändert. Wenn nicht ordentlich gelüftet wird, greift die Feuchtigkeit auch die Trommelkessel und die Hardware an. Also schön lüften, ihr selber werdet dann auch weniger stark riechen.

Durch das Bespielen der Felle verändert sich der Sound enorm, oft muss man besonders bei Snare Drums schon nach einigen Stücken nachspannen. Bei den Besseren Drums hält die Stimmung natürlich viel länger, aber auch da muss regelmäßig nachgespannt werden.

Oft stören auch lose Schrauben innen oder außen an den Kesseln, oder Hardware kommt aneinander beim spielen und verursacht ein nervigen Klingen oder Rasseln. Manche Halterungen lösen sich auch schon mal gerne beim rasanten Spielen, also immer alles schön fest ziehen und ordentlich einölen, verrostete Schrauben austauschen am besten direkt gegen Edelstahl Schrauben.

Aber am meisten wird der Sound durch den Drummer selber geprägt. Durch die Dicke und/oder das Gewicht der Sticks verändert sich der Sound der Drums gewaltig. Wo eben noch der Hurrikan durch die Bude zog (Sticks der Marke „kleiner Baumstamm“), weht auf einmal nur noch ein laues Lüftchen (Modell Zahnstocher). Denn durch die Spielstärke und den Kraftaufwand verändert sich der Sound enorm. Einige Drummer die extreme Geschwindigkeiten umsetzen, spielen so leise das man die in kleinen Clubs beim Livegig nur noch mit PA hören kann. Da es natürlich sehr viel Kraft erfordert so schnell und dann auch noch laut zu spielen sind irgendwann dem menschlichem Körper einfach Grenzen gesetzt. Achtet auch darauf dass eure Sticks nicht defekt sind und extreme Dellen in die Felle hauen. Wer mit Nylon Tips spielt, sollte die regelmäßig kontrollieren ob die noch fest sitzen, nichts ist ärgerlicher wenn man ein neues Fell mit einem Stick ohen Tip ruiniert.

Wie schon gesagt, der enzscheidende Faktor bei der Erzeugung des Drum Sound seid ihr aber selbst! Da zählt oft auch nur die Tagesform, wie ihr selber drauf seid. Nicht nur durch die Spielweise die ihr an den Tag legt ist ausschlaggebend, sonder auch das „gefühlte“ Hören, der so genannten „Placebo Effekt“. Ich werde hier keine Namen nennen aber ich habe selber mal als Drumtech von einigen Drummern ausgeholfen und nachdem man den Sound erst für „bescheiden“ hielt, habe ich angeblich das Drumkit neu gestimmt, mit dem Erfolg das es danach besser klang, obwohl die ganze Einstellung unverändert war. Auch Drummer sind nur Menschen.

 

Was noch fehlt?

Wenn man endlich aus dem Proberaum ins Studio oder auf die Bühne kommt, ist plötzlich alles anders. Dort werden meistens dann Mikrofone oder Trigger benutzt und der Sound wird oft total verändert. Weil der „Toningenööör“ oder Mann am Mixer nicht zufrieden ist und seinen Sound im Ohr hat, werden dann  die meisten ihre Drums mit Dämpfungsringen, Gelpads oder mit dem alten Taschentuch/ Gaffa Trick ihre Drums runter dämpfen. Dein Sound ist erst mal weg, dafür gibt es jetzt eine Lehrstunde in Mixerkunde, weil ja sonst der Sound nicht mehr kontrolliert auf die PA oder Tape umgesetzt werden kann. Allerdings ist dieser Sound der dann aus den Speakern kommt, nicht mehr dein Sound. Der Sound läuft durch so viele Kabel, Mixerkanäle und Effekte, dass einem schwindelig wird. Da lernt man dann als Drummer, Kompromisse zu machen.

Wie man ordentlich Mikros im Studio oder Live einsetzt erfahrt Ihr in einem anderen Workshop. Da werden uns zwei Kollegen aber tatkräftig unterstützen, denn wenn man wie ein Meister Sound machen will muss man auch vom (Ton) Meister lernen.

Was brauche ich zum Stimmen?

Na ganz einfach, erst mal eine Trommel und einen Stimmschlüssel, meistens ein Vierkantrohr in den verschiedenen Formen und Firmen Brandings. Davon gibt es eine riesige Auswahl. Einige davon sind so schön, es gibt Leute die sammeln die sogar. Die Standard Stimmschlüssel kennt ja Jedermann, einfach und günstig. Manche schon ab 1,- Euro. Aber es geht auch anders.

Um Felle aber schnell und ohne viel Arbeit zu wechseln nutzen viele heute schon einen Akkuschrauber (sehr schnell, wenn die Akkus geladen sind). Oder aber man nutzt einen speziellen Ratschen Schlüssel oder einen Drum Key wie den RoboKey. Eine gute Idee, wo man es schafft, das sich mit nur einer Umdrehung des Schlüssels die Schraube viermal dreht. Das erleichtert natürlich die Arbeit ungemein und es geht um einiges schneller.

Wenn man jeden Tag Felle wechselt oder tuned, oder Drums zusammen bauen muss, geht es aber ohne Akkuschrauber gar nicht mehr. Man sollte nur aufpassen das man die Schrauben nicht zu fest damit anzieht. Am besten nur so weit, damit man die Schrauben mit den Fingern Handfest anziehen kann. Dann kommt wieder der normale Key zum Einsatz.

Es gibt auch eine Möglichkeit zum Stimmen zwei Keys zu nehmen. Die dreht man dann parallel auf den gegenüber liegenden Schrauben. Ich halte das viel schwieriger, da kaum einer dieselben Kräfte oder Empfindungen in den beiden Händen hat, aber wie schon gesagt alles ausprobieren. Aber nun zurück zur Trommel.

Zuerst baut man das alte Fell ab und schaut ob sich irgendwelche Schrauben im Innern gelockert haben. Alles kurz anziehen. Mit einem Q-Tipp ein bisschen Öl in die Schraubenöffnungen der Böckchen geben. Dann schauen ob die Gratungen sauber und in Ordnung ist. Zur Not mal eben mit einem trockenen Tuch durch den Kessel und über den Rand gehen. Dann das neue Fell begutachten ob es in Ordnung ist, manche gehen beim Transport kaputt. Das Fell auf den Kessel drauf legen und einfach mal ein bisschen drehen und schauen wie sich das Fell an die Gratung anpasst. Dann den Hoop säubern und drauf aufs Fell. Auch hier den Hoop ein bisschen drehen und schauen wie sich beides an den Kessel anpassen. Die Schrauben anziehen, wie gesagt am Ende nur mit den Fingern Handfest anziehen.


Dann mit dem Key weiter. Ich persönlich mach dabei höchstens ein halbe Umdrehung bei allen Schrauben. Ich will dass sich das Fell langsam an die Spannung gewöhnt. Das dauert viel länger, aber das ist es mir wehrt. Viele Drummer machen immer direkt eine ganze oder mehr Umdrehungen weil sie mal wieder keine Zeit haben.

Ich stimme die Trommeln wohl nach der ältesten Technik, nach dem Prinzip  der gegenüber liegenden Schrauben. Z.B. Von 1 bis 8 bei einer Standard Snare Drum. Wenn weniger oder mehr Schrauben da sind, immer über Kreuz die am weitesten von der letzten entfernt ist. Seht auch die Zeichnung mit der Nummer 1. Die Spannung des Felles und der Hardware wird so am besten auf den Kessel verteilt. Man kann sich die Punkte auch mit einem Stift aufs Fell schreiben oder einfach als Hilfsmittel einen Stick in die Mitte des Felles legen. Schaut einfach mal aufs Bild.

Es gibt noch einige andere ähnliche Techniken, eine die auch sehr verbreitet ist und der ersten am nächsten kommt, ist wohl auch bekannt als die Dreieck oder Pyramiden Technik (vielleicht gibt es ja auch noch andere Namen), da stimmt man quasi immer in der Form eines Dreieck. Schaut euch die Zeichnung an, sehr einfach, wie immer einfach mal alles ausprobieren.

Man stimmt das Fell ganz langsam nach oben, in vielen kleinen Stufen damit sich das Fell an die Spannung gewöhnen kann. Dadurch hört man auch wie die Kessel und Felle auf die verschiedenen Spannungen reagieren. Man hat erst einen tiefen warmen Ton und arbeitet sich langsam hoch. Gerade als Anfänger sollte man versuchen erst immer das Schlagfell auf einen Ton zu stimmen und dann auch das Resonanz Fell gleichzeitig auf denselben Ton zu stimmen. Dann versucht man mal einen Ton höher, sowie man Lust und Laune hat, versucht nicht zu viel, last das Fell auch mal die Spannung halten.

Es gibt die Möglichkeit das Resonanz Fell tiefer, höher oder gleich zu stimmen, das hängt natürlich auch von der Dicke der Felle ab und von deinem Sound Geschmack. Jetzt tritt schon mal das Problem auf, das im Fell Dellen sind, oder die Schrauben arbeiten nicht alle gleich gut im Gewinde auch wenn ihr sie regelmäßig einölt.

 

Drückt mal vorsichtig ein bisschen mit der flachen Hand in die Mitte des Felles. Oftmals hört ihr es dann leicht knacken, damit dehnt ihr das Fell ein bisschen vor. Es ist gut möglich dass sich jetzt einige Schrauben wieder leichter drehen lassen als andere. Wenn ihr jetzt mit dem Stick, von den Böckchen ca drei bis fünf Zentimeter vom Rand weg leicht das Fell anschlagt, sollte an jeder Schraube derselbe Ton kommen. Und hier ist oft das Problem. Die klingen leider nicht immer gleich. Jetzt muss man die einzeln anschlagen und dann hoch oder runter drehen um den gleichen Ton zu suchen.

Wie beim Gitarren stimmen muss man ein Gefühl für den Ton bekommen. Und auch wie weit man die Schraube drehen kann um alle auf den gleichen Ton zu bekommen. Drehe ich zu hoch, muss ich erst wieder viel tiefer drehen und dann erst wieder hoch drehen um den Ton zu finden, einfach runter drehen auf den Ton ist fast unmöglich. Wenn man eine Schraube dreht verändern sich die anderen auch leicht. Es ist auf jeden Fall eine ganz schöne Arbeit.

Aber es gibt seit geraumer Zeit eine Art Stimmgerät. Der Name ist eigentlich falsch, es handelt sich nicht wirklich um ein Stimmgerät. Aber durch diese Messgeräte wird einfach die Fellspannung gemessen die man dann über eine Scala ablesen kann. Es gibt zwei Geräte auf dem Markt, eins kommt über den Meinl Vertrieb, das Tama „Tension Watch TW100C“ und dann noch den „Drum Dial“ der in Deutschland von Musik Wein vertrieben wird. Diese beiden Geräte sind wirklich eine große Hilfe um deinem Ton näher zu kommen. Ich finde diese Geräte super, benutze sie auch regelmäßig, aber sie ersetzen niemals dein Gehör.

Man setzt die Geräte ca. 2-3 Zentimeter vor die Stimmschraube und dann zieht man die Schrauben an bis auf der Scala die Zahl erreicht wird die du haben wolltest. Bei beiden Geräten gibt es Vorschläge um die verschiedenen Trommeln in Stimmung zu bringen. Geh auch da langsam vor, stimm die Trommel langsam in kleinen Schritten hoch. Wenn du deinen Sound erreicht hast kannst du dir diese Einstellung aufschreiben. Natürlich auch dann den Felltyp und Marke aufschreiben, dann kannst du dir eine kleine Datenbank mit Sounds machen um die später einfacher abzurufen. Natürlich gibt es da auch schon mal kleine Fehler aber die Messung bringt dich sehr sicher an den Ton ran um es zu lernen. Die Feinabstimmung musst du dann noch selber übernehmen.

In den nächsten Workshop Teilen stellen wir auch die verschiedenen Felltypen und Mikros vor. Dazu noch die ersten Infos zum Thema „wie bringe ich meinen Drum Sound ins Studio oder auf die Bühne“.

Keep on drumming.

Harald Gräff


Produktinfos

http://www.musikwein.de/ : RoboKey/Drum Dial

http://www.meinldistribution.de/ : Tama-Tension Watch/Remo Felle

http://www.kalango.de/ : RMV Felle

Harald Gräff


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